PARI­TÄ­TI­SCHES INNO­VA­TI­ONS­FO­RUM

Pari­tä­tisch inno­va­tiv

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PARITÄTISCH INNOVATIV

In der Sat­zung des Pari­tä­ti­schen Wohl­fahrts­ver­bands, Lan­des­ver­band Ber­lin ist die „sach­kun­di­ge und zeit­ge­rech­te Sozi­al­ar­beit zum Woh­le der Gesell­schaft und des ein­zel­nen Men­schen“ ein zen­tra­ler Punkt. Dabei unter­stützt der Pari­tä­ti­sche Wohl­fahrts­ver­band LV Ber­lin

als Dach- und Spit­zen­ver­band sei­ne Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen. Zeit­ge­recht, das heißt auch, auf aktu­el­le gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen ein­zu­ge­hen. Dies sind z.B. der demo­gra­fi­sche Wan­del, Fach­kräf­te­man­gel, Res­sour­cen­knapp­heit und die Fra­ge nach nach­hal­ti­ger Ent­wick­lung. Ganz aktu­ell stellt uns die Coro­na-Pan­de­mie vor Her­aus­for­de­run­gen, deren gesell­schaft­li­che Fol­gen noch lan­ge nicht in ihrem Aus­maß abseh­bar sind. Um die­sen Phä­no­me­nen und ihren sozia­len Aus­wir­kun­gen zu begeg­nen, bedarf es neu­er Denk­wei­sen (Chan­ging men­ta­li­ties) und der Ent­wick­lung inno­va­ti­ver Lösungs­an­sät­ze.

WAS VERSTEHEN WIR UNTER SOZIALEN INNOVATIONEN?

Sozia­le Inno­va­tio­nen sind neue Ideen und Hand­lungs­wei­sen, die posi­ti­ve Ver­än­de­run­gen für die jewei­li­gen Zielgruppe(n) und Ver­än­de­run­gen auf gesamt­ge­sell­schaft­li­cher Ebe­ne bewir­ken (sol­len). Grund­prin­zi­pi­en (sozia­ler) Inno­va­tio­nen sind Bedarfs- und Ziel­grup­pen­ori­en­tie­rung, sowie Empower­ment. Sie erfor­dern eine offe­ne Hal­tung, Fle­xi­bi­li­tät und Ver­än­de­rungs­fä­hig­keit.

Unser Ver­ständ­nis sozia­ler Inno­va­tio­nen lehnt an Howaldt/Schwarz an.[1] Wir ver­wen­den die Begrif­fe Inno­va­tio­nen und sozia­le Inno­va­tio­nen synonym.[2] Die Erfah­run­gen der Pari­tä­ti­schen Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen zei­gen, dass Inno­va­tio­nen für sozia­le Orga­ni­sa­tio­nen Chan­cen in fol­gen­den Berei­chen bie­ten:

  • Neue Zugän­ge zu Ziel­grup­pen zu fin­den
  • Stär­kung des par­ti­zi­pa­ti­ven Arbei­tens
  • Koope­ra­tio­nen erwei­tern
  • Erwei­te­rung der eig­nen Arbeits­be­rei­che

Hilf­rei­che Fak­to­ren für die Ent­ste­hung sozia­ler Inno­va­tio­nen in Orga­ni­sa­tio­nen:

  • Selbst­ver­ständ­nis als ler­nen­de Organisation/Verein/Team ent­wi­ckeln
  • Wir­kungs­ori­en­tier­tes Arbei­ten
  • Ressortübergreifendes/Abteilungsübergreifendes Arbei­ten
  • Par­ti­zi­pa­ti­ves arbei­ten und fla­che Hier­ar­chien
  • Neue Tech­no­lo­gie und Instru­men­te als Chan­ce begrei­fen


Sozia­le Inno­va­tio­nen leis­ten einen Bei­trag für eine gerech­te­re, soli­da­ri­sche Gesell­schaft, mehr Chan­cen­gleich­heit und eine demo­kra­ti­sche par­ti­zi­pa­ti­ve Kul­tur. Sie ent­ste­hen häu­fig aus der Zivil­ge­sell­schaft her­aus. Den­noch sind sie eine Gemein­schafts­auf­ga­be. Wich­ti­ge Akteure/Partner für Inno­va­tio­nen sind die Zivil­ge­sell­schaft, der öffent­li­che Sek­tor, Wis­sen­schaft und For­schung und auch die Wirt­schaft. Es gilt die­se in Netz­wer­ke und Aus­tau­sche mit ein­zu­be­zie­hen. Sowie sie auch in die Ver­pflich­tung zu neh­men, inno­va­ti­ons­freund­li­che Struk­tu­ren für sozia­le Orga­ni­sa­tio­nen zu schaf­fen.


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[1] Unser Inno­va­ti­ons­ver­ständ­nis lehnt an die Defi­ni­ti­on von Howaldt/Schwarz an ist aller­dings für den Bereich sozia­le Arbeit auf Basis der Erfah­run­gen der Pari­tä­ti­schen Mit­glieds­or­ga­ni­sa­tio­nen ange­passt. Howaldt/Schwarz ver­ste­hen eine sozia­le Inno­va­ti­on als: „eine von

bestimm­ten Akteu­ren bzw. Akteurs­kon­stel­la­tio­nen aus­ge­hen­de inten­tio­na­le, ziel­ge­rich­te­te Neu­kom­bi­na­ti­on bzw. Neu­kon­fi­gu­ra­ti­on sozia­ler Prak­ti­ken in bestimm­ten Hand­lungs­fel­dern bzw. sozia­len Kon­tex­ten, mit dem Ziel, Pro­ble­me oder Bedürf­nis­se bes­ser zu lösen bzw. zu befrie­di­gen, als dies auf der Grund­la­ge eta­blier­ter Prak­ti­ken mög­lich ist.“ Howaldt/Schwarz (2010): Sozia­le Inno­va­tio­nen im Fokus.Skizze eines gesell­schafts­theo­re­tisch inspi­rier­ten For­schungs­pro­jekts. Bie­le­feld Tran­script Verlag.S. 54


[2] Wenn wir von Inno­va­tio­nen spre­chen, bezie­hen wir uns immer auf Inno­va­tio­nen, die den gesell­schaft­li­chen Bereich und die Form und Orga­ni­sa­ti­on unse­res Zusam­men­le­bens betref­fen. In die­sem Sin­ne ver­ste­hen wir sie als „sozi­al“. Sozi­al bezieht sich in dem Fal­le auch dar­auf, dass die­se aus dem Umfeld der sozia­len Arbeit stam­men oder die­ses betref­fen.

Mehr zu dem Pari­tä­ti­schen Inno­va­ti­ons­ver­ständ­nis fin­den Sie in unse­rem Papier.

Das Pari­tä­ti­sche Inno­va­ti­ons­fo­rum ist ein Ange­bot des Pari­tä­ti­schen LV Ber­lin und der Pari­tä­ti­schen Aka­de­mie Ber­lin.

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